Digitale Kinderwelt
Die Ergebnisse der Kinderstudie ROUNDABOUT KIDS 2010: Social Media sind im Vormarsch. Eltern und Schule leisten kaum Hilfe bei Online-Aktivitäten. Trotz Digitalisierung der Freizeit bleiben für die Kids FreundInnen weiterhin das Wichtigste.
507 Kinder wurden für ROUNDABOUT KIDS 2010 repräsentativ Face-to-Face befragt.
Die Welt unserer Kinder ist digital. Handys sind eine Selbstverständlichkeit, ebenso Computer und Internetzugang. Zwei Drittel der Kinder in Österreich zwischen sechs und 14 Jahren verfügen bereits über ein Handy und einen PC oder einen Laptop. Fast alle kennen Social-Media-Plattformen wie zum Beispiel Facebook. Und ein Drittel nutzt diese auch aktiv. Die Vorsicht sinkt mit steigendem Alter.
Gefahren im Netz
Wie im realen Leben sind sie auch in der digitalen Welt mit Gefahren und Problemen konfrontiert. Doch nur knapp die Hälfte (56 Prozent) von ihnen wurde auch aufgeklärt, was sie im Internet ansehen und machen dürfen und was nicht. Wie sie sich im Internet verhalten sollen und welche Risiken dabei zu berücksichtigen sind, hat kaum Relevanz. Zu diesem Ergebnis kommt die große Kinderstudie ROUNDABOUT KIDS 2010 von mobilkom austria und market.
Mehrheitlich erfolgt die Aufklärung und Medienerziehung durch die Eltern: 61 Prozent der Kinder wird der Umgang von den Eltern erklärt, ein Fünftel erhält Informationen von Geschwistern und FreundInnen. Nur 13 Prozent werden von LehrerInnen eingeschult, ein Fünftel hat gar keine Ansprechperson.
Die ExpertInnen sind sich einig, dass die Schule eine zentrale Rolle einnehmen muss, damit Kinder beim Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien die richtigen Verhaltensregeln lernen. Denn die Eltern leisten kaum Aufklärungsarbeit: Nur ein Fünftel (22 Prozent) kontrolliert die Handys ihrer Kinder.
Schulfach zur Medienkompetenz
Einige fordern sogar ein Schulfach zur Medienkompetenz, das auch den ethischen Aspekt und die Auseinandersetzung mit Gewalt einschließt. Dabei sollen etwa rechtliche Fragen, Datenschutz sowie die Grenzen der Freiheit in der digitalen Welt behandelt werden.
507 Kinder wurden für ROUNDABOUT KIDS 2010 repräsentativ Face-to-Face befragt. Dabei kam heraus, dass die Handy-Gespräche meistens zwischen zwei und fünf Minuten dauern. Dieser Wert steigt mit zunehmendem Alter. Besonders interessant erscheint, dass ab 13 Jahren SMS bei 63 Prozent der Kids zum häufigen Zeitvertreib gehört: Jede/-r Zweite schreibt mehr als zehn SMS pro Tag.