Dreiecke lassen die Fantasie spielen
Zuerst ist es nur ein buntes Dreieck. Doch daraus entstehen Höhlen, Zelte und Wiesen. TUKLUK regt die Fantasie der Kinder an. Benedikt Kirsch hat das Spielmöbel designt.
Das Kindermöbel TUKLUK bietet Raum zum Bauen, Turnen, Träumen, zum Entdecken und Verstecken.
Kinder & Co: Wie bist du auf die Idee mit TUKLUK gekommen?
Benedikt Kirsch: Wie alle Kinder habe ich als Kind gerne mit Kissen, Stühlen und Decken meine eigenen Höhlen gebaut. Katharina Schildgen, mit der ich TUKLUK gemeinsam entworfen habe, ging es gleich. Motiviert nahmen wir uns vor, ein neuartiges Kindermöbel zu entwickeln, das dieses primäre Spielverhalten berücksichtigt. Im Hinblick auf die Kriterien Veränderbarkeit, Mobilität und Abstraktion fertigten wir über lange Zeit viele Zeichnungen, Papiermodelle und Protoypen an. Die letzte Ausführung hat uns dann endlich vollständig überzeugt, weil sie zugleich als inspirierendes Spielzeug und vollwertiges Polstermöbel funktioniert.
Warum sollten deiner Meinung nach Kinder damit spielen – welche Vorzüge hat es?
Ich denke, ein Hauptvorteil von TUKLUK ist, dass den Kindern der Umgang mit TUKLUK, wie wir feststellen konnten, nie langweilig wird. Dass sie dabei durch die gleichzeitige motorische und kognitive Aktivität optimal gefördert werden, ist ihnen beim Spielen momentan wahrscheinlich ganz egal. Wir freuen uns allerdings auch sehr über die vermehrte Anzahl an Pädagoginnen und Pädagogen sowie Kindertherapeutinnen und -therapeuten, die TUKLUK mitunter aus diesem Grund in ihre Arbeit integrieren.
Wie entstand der Name?
Tukluk heißt der Kindergartenfreund meines kleinen Bruders. Wir finden ihn super für unsere Marke, weil er ganz verschiedene Assoziationen zulässt.
Wodurch unterscheidet es sich von anderem Spielzeug bzw. anderen Spielmöbeln?
Ich kenne wenige Produkte, die so einfach sind und dabei so viel können.
Du warst bereits bei unzähligen Ausstellungen dabei. Und eigentlich bist du Designer. Ist dein Produkt ein Designobjekt oder Spielzeug?
Uns ging es eigentlich immer darum, ein gutes Produkt zu gestalten. Natürlich freuen wir uns über die Designpreise, die TUKLUK in letzter Zeit bekommen hat, aber die größere Befriedigung ist für uns, von Kundinnen und Kunden zu hören, dass die Kinder die Dreiecke täglich mit Begeisterung nutzen.
Was ist das Besondere, wenn man etwas für Kinder macht?
Um eine Idee auszureifen, ist man auf die ehrliche Kritik seiner Zielgruppe angewiesen. Kinder sind in ihrem Urteil schonungslos. Das hilft uns sehr.
Was war deine größte Herausforderung?
Bis die Faktoren Spielspaß, Funktionalität und Sicherheit perfekt ausgelotet waren, haben wir uns sehr lange den Kopf zerbrochen.
Die Möbel sind nicht ganz billig – wie erklärst du das?
Tatsächlich wollten wir ursprünglich einen günstigeren Preis realisieren. Unsere Ansprüche an die Materialien und die Verarbeitung in ethischer wie ökologischer Hinsicht haben uns da aber rasch eingeschränkt. Allein die Näharbeit pro Dreieck benötigt zweieinhalb Stunden. TUKLUK ist für Kinder bis zum Teenager-Alter geeignet, das Produkt muss daher unserer Meinung nach auch hinsichtlich seiner Qualität auf eine lange Lebensdauer ausgelegt sein.
Wie läuft der Verkauf?
Es gibt zum Glück viele Eltern, die reflektiert auf Qualität setzten und eben auch einen Sinn für reflektiertes Design haben. Davon profitieren auch wir.
Arbeitest du an anderen Dingen?
Wenn alles nach Plan läuft, kommt 2012 ein zweites TUKLUK -Produkt heraus. Ich glaube, es wird super!