Durchschlafen: Wie klappt’s?
Babys Schlaf ist kostbar: Mit Rhythmus und Ritualen legt man den Grundstein für einen guten Start ins Leben. Tipps von der Expertin helfen! Dr. Christine Sonn-Rankl, Klinische Psychologin an der Schreiambulanz des Wilhelminenspitals, im Interview.
Wie es mit dem durchschlafen klappt, verrät Christine Sonn-Rankl!
Kinder & Co: Wie kann man das gesunde Schlafverhalten eines Babys fördern?
Christine Sonn-Rankl: Wichtig ist der Rhythmus. Jedes Baby hat seinen eigenen, wobei sich die Regelmäßigkeit im ersten Jahr sehr verändert. Während die Kleinen in den ersten drei Monaten 16 bis 18 Stunden schlafen, legen sie danach tagsüber alle zwei bis drei Stunden ein Nickerchen ein. Hier ist Beobachtungsgabe gefragt: Manche Kinder reiben sich die Augen und zeigen deutlich, wann sie müde werden. Andere wiederum sind es von einem Moment zum anderen.
Zunächst kann man sie noch ein bisschen ablenken, indem man ihnen etwa Dinge zeigt – bis die Müdigkeit Überhand nimmt. Dann sollte das Kind jedenfalls in seinem Bettchen zu Hause schlafen gelegt und nicht etwa durch ein Einkaufszentrum geschleppt werden. Prinzipiell gilt die Rückenlage als sicherste Schlafposition für Babys.
Wie lernen Babys, ohne fremde Hilfe einzuschlafen?
In den ersten drei Monaten werden Babys zirka alle eineinhalb Stunden müde und schlafen teilweise sogar beim Stillen ein. In dieser Zeit ist Körperkontakt sehr wichtig. Babys bekommen dadurch erst ein Gefühl für sich selbst und den eigenen Körper.
Ab dem vierten Monat ist es dann sinnvoll, die Kleinen langsam an selbstständiges Einschlafen zu gewöhnen. Dabei helfen tägliche Schlafrituale wie: Zimmer abdunkeln, beruhigend sprechen, Schnuller geben und Spieluhr einschalten – allerdings sollte sie nicht zu laut und zu lange spielen. Durch solche Rituale wird das Baby mit dem Tagesablauf vertraut und schläft zur Bettgehzeit ruhiger und schneller ein.
Wie können Babys in der Nacht leichter durchschlafen?
Prinzipiell ist es wichtig, dass Babys lernen, mit wenig Hilfen einzuschlafen. In der Regel fängt nach 20 Minuten die Tiefschlafphase an, die 40 Minuten dauert. Wenn es danach quengelt und nicht hungrig ist, beruhigt man das Kind am besten im Bettchen durch Streicheln und leises Reden. So kann es noch einen zweiten „Schlafblock“ anhängen. Vom Lichteinschalten, Hochheben und Herumgehen wird es hingegen erst richtig wach – schlaflose Nächte sind dann vorprogrammiert. Von „durchschlafen“ ist übrigens bereits die Rede, wenn das Kind zwei Mal in der Nacht aufwacht.
Wie geht man als Elternteil am besten mit dem Schlafentzug um?
Idealerweise übernimmt einer den Früh- und einer den Spätdienst. Nach Möglichkeit sollte man sich auch Pausen zugestehen und das Baby etwa zu den Großeltern bringen – auch wenn es nur für kurz ist. Was von der Natur sehr gut eingerichtet worden ist: Stillende Mütter schütten das Wohlfühlhormon Oxytocin aus. Dadurch sind sie in den stressigen ersten Monaten stärker belastbar. So fällt etwa das Aufstehen in der Nacht leichter.