Hilfe, mein Kind ist ein Tollpatsch
Ein gut ausgebildeter Gleichgewichtssinn fördert nicht nur die Motorik, er verbessert auch die Konzentrations- und Lernfähigkeit.
Jede Bewegung ist für den Körper eine Herausforderung und trainiert das Gleichgewicht.
Der Nachwuchs stößt ständig gegen Möbelstücke, stolpert und fällt hin und ist ungeschickt. Das können Anzeichen dafür sein, dass der Gleichgewichtssinn nicht gut ausgeprägt ist. Gründe dafür können Bewegungsmangel sein, aber auch zu wenig Bewegung der Mutter in der Schwangerschaft, weil sie etwa wegen Komplikationen viel liegen musste.
Bereits in der 7. Schwangerschaftswoche beginnt die Entwicklung des Gleichgewichtssinns. Schwangere sollten darauf achten, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten viel zu bewegen, das überträgt sich aufs Kind. Durch Verlagerung seines Körpers und ganz besonders des Kopfes wird sein Gleichgewichtsorgan im Innenohr stimuliert. Studien belegen, dass ein schlechter Gleichgewichtssinn auch negative Auswirkungen auf Konzentration und Lernfähigkeit hat.
Vom Ohr ins Gehirn
Wir haben kleine Steinchen im Ohr, die bei Bewegungen hin und her wackeln. Die Ohrsteine bestehen aus Kalziumcarbonat-Kristallen und lagern im Innenohr. Dort sitzen drei Bogengänge und zwei Maculaorgane. Sie bilden das Gleichgewichtsorgan, den sogenannten Vestibularapparat. Er allein kann unseren Körper aber noch nicht im Gleichgewicht halten. Neben den Augen liefern die Ohren durch das räumliche Hören wichtige Informationen. Muskeln-, Sehnen- und Gelenksrezeptoren sagen dem Gehirn, welcher Körperteil gerade wie in Aktion ist.
Wenn zum Beispiel die Signale der Augen und des Gleichgewichtssinns nicht übereinstimmen, ist der Körper verwirrt. Etwa auf einem Schiff oder im Flugzeug gelangen von verschiedenen Organen widersprüchliche Informationen an das Gehirn. Dadurch kann es zu Unwohlsein, Schwindel oder Übelkeit kommen.
Training hilft
Die gute Nachricht: Bis das Gehirn, so um das elfte Lebensjahr herum, ausgereift ist, kann man den Gleichgewichtssinn trainieren. Am besten tauscht man Fernseher und Computer gegen Bewegung in der Natur: Rad fahren, wandern, herumtoben im Park – jede Bewegung ist für den Körper eine Herausforderung und trainiert das Gleichgewicht.
Wer schon sein Baby fördern will, kann das durch sanftes Wiegen und Schaukeln, Herumtragen und Schwingen. Kleinkinder üben beim Gehen, Hüpfen oder Fahrradfahren. Jeder Sinnesreiz ist Nahrung fürs Gehirn!