Das Abenteuer in der Hauptkläranlage
Chiara-Kleo, Jonna und Florian sind für Kinder & Co unterwegs. Die drei besuchen eine Kinderführung in der ebswien hauptkläranlage. Und erfahren, wie wichtig es ist, das Abwasser zu säubern.
Was in einem Kanal so alles dahinschwimmt – Salat, Schrauben, eine Schnecke. „Ich hab noch etwas!“ Florian holt eine Banane heraus. Aber zum Glück ist sie nicht echt. Die Kinder sind auch in keinem Kanal. Aber fast. Chiara-Kleo, Jonna und Florian, alle sieben Jahre alt, machen bei einer Kinderführung in der ebswien hauptkläranlage mit.
Dafür gibt es eine kleine Halle auf dem Areal. Sie ist leicht erkennbar: Die Maskottchen Tim & Trixi Tropf sind darauf zu sehen. Drinnen gibt es verschiedene Stationen. Dort erfahren die Kinder, wie das Abwasser wieder sauber wird.
"Ganz schön dreckig"
Zu Beginn finden sie heraus, was alles so im Abwasser landet. Dafür ertasten die Kinder in einer verschlossenen Kiste Gegenstände. Hier taucht auch die (zum Glück) unechte Banane auf. „Ganz schön dreckig“, stellt Jonna fest. Die nächste Station ist besonders spannend: Ein nachgebauter Kanal muss erobert werden. „Wer da hinein will, muss aber einen Helm aufsetzen“, sagt Andreas Schwartz. „Wie bei den richtigen Kanalarbeitern.“ Andreas Schwartz weiß ganz genau, wovon er spricht. Denn er ist ebs-Kläranlagen-Mitarbeiter. „Vor einiger Zeit wurden wir gefragt, wer gern Familien und Schulklassen führen will. Da war ich sofort dabei.“ Nach einer genauen Einführung ging es los. „Jetzt bin ich alle fünf Wochen dabei.“ Dass Andreas Schwartz es gern macht, muss er gar nicht sagen. Die Begeisterung, mit der er den Kindern die Vorgänge erklärt, beweist es.
„Ich kann fast nicht mehr drinnen stehen“, ruft Chiara-Kleo aus dem nachgebauten Kanal. Das Trio trägt Helme mit Stirnlampen, schließlich ist es im Kanal finster. „Die Kanalarbeiter müssen oft ganz gebückt gehen, manche Kanäle sind nur 1,5 Meter hoch“, erklärt Andreas. „Und erst nach vielen Metern gibt es den nächsten Schacht und damit die Möglichkeit, sich wieder auszustrecken. Noch dazu müssen sie mit schweren Geräten arbeiten.“ Die Kinderversion eines Geräts hat sich Florian geschnappt. Er hält einen „Schimmel“, mit dem der Dreck weggeschoben wird. In dem nachgebauten Kinderkanal ist es aber zum Glück sauber.
Kinder legen Hand an
Dann wird es richtig spannend: Denn die nächste Station ist ein Kläranlagenmodell. Das verschmutzte Wasser muss verschiedene Becken durchlaufen, in denen es gereinigt wird. Dabei müssen die Kinder selbst Hand anlegen. Im ersten befreien sie das Wasser von Murmeln mit einem so genannten „Rechen“. In einem anderen müssen sie Sauerstoff in das Becken pumpen. Das sichert das Überleben von Bakterien und Kleinstlebewesen, die den Schmutz „auffressen“. Beim Kläranlagenmodell muss das per Hand gemacht werden. Nach der Reihe dürfen alle drei fest pumpen, bis das Wasser schäumt. „Ganz schön anstrengend“, sagt Florian.
Wie die Würmchen, Pantoffel- und Trompetentierchen den Schmutz bekämpfen, ist bei der nächsten Station zu beobachten. Durch ein Mikroskop lässt sich der Vorgang mitverfolgen. „Da ist der Wurm!“, ruft Jonna. Das Bild wird auch auf eine Leinwand projeziert. „Das sieht aus wie Blumen“, sagt Chiara-Kleo. „Das sind Trompetentierchen“, erklärt Andreas. „Sie fressen sich voll und sinken dann zu Boden.“ Von dort werden sie entweder abgezogen oder in die Belebungsstufe zurückbeordert. Und das Auffressen des Schmutzes beginnt von vorn.
Auch Schulführungen möglich
„Vielleicht können wir mit der Klasse mal wiederkommen“, meint Jonna zum Schluss. Die Chancen stehen gut, denn in der ebswien hauptkläranlage sind auch Schulführungen möglich. Aber auch für Familien zahlt sich der Besuch aus. Das wird spätestens klar, als die Führung zu Ende geht. „Nur noch ein bisschen bleiben. Biiiiitteeee!“