„Wann darf ich zu dir lesen kommen?“
Engagierte LesepatInnen unterstützen VolksschülerInnen dabei, ihre Lesekompetenz laufend zu verbessern und Spaß am Lesen zu bekommen.
Lesen ist cool und macht Spaß.
„Wann darf ich zu dir lesen kommen?“ So wird Hilde Pospischil jedes Mal begrüßt, wenn sie die Astrid-Lindgren-Schule im 6. Bezirk betritt. Seit dem Schuljahr 2009/2010 ist die Pensionistin ehrenamtliche Lesepatin. Zwei Mal in der Woche kommt sie, um jenen Kindern zu helfen, die im Augenblick Unterstützung beim Lesen brauchen.
Je 25 Minuten wird eine Schülerin oder ein Schüler von ihr betreut. In dieser Zeit gehört es zu ihren Aufgaben, beim Lesen neben dem Kind zu sitzen, zu korrigieren, Wörter zu erklären und durch gezielte Fragen herauszufinden, ob der gelesene Text verstanden wurde. „Es ist schön, den Kindern helfen zu können und jede Woche ihre Fortschritte zu beobachten“, so die Lesepatin.
PatInnen kommen in die Schule
Das Projekt „LesepatInnen“, eine gemeinsame Initiative der Stadt Wien und des Stadtschulrates, wurde bereits an zahlreichen Schulen erfolgreich getestet und wird nun flächendeckend auf ganz Wien ausgedehnt. Mehr als 300 LesepatInnen werden dafür im Einsatz sein. Das Wichtigste: Die LehrerInnen tauschen sich ständig mit den LesepatInnen über die Fortschritte der Kinder aus. „Die Damen und Herren zeigen viel Engagement für ,ihre Patenkinder‘, die Kinder umgekehrt freuen sich auf ,ihre Patin‘ bzw. ,ihren Paten‘“, so Susanne Brandsteidl, Stadtschulratspräsidentin.
Hilde Pospischil betreut eine 1. und eine 3. Klasse. Während die älteren SchülerInnen gemeinsam mit der Patin ein vom Klassenlehrer ausgewähltes Buch lesen, geht es bei den TaferlklasslerInnen noch spielerisch zu. Bei unserem Besuch übt die Seniorin mit Fabian, Buchstaben zu erkennen, Wörter damit zu bilden und die Buchstaben dann miteinander zu verlauten. „Um die Motivation zu steigern, lobe ich auch viel“, sagt die pensionierte Lehrerin.
Prominente lesen vor
Das Projekt hat bereits prominente UnterstützerInnen: Dompfarrer Toni Faber war in der Volksschule Stubenbastei zu Gast, um mit Kindern gemeinsam zu lesen und auf die Bedeutung von Büchern hinzuweisen. Gemeinsam gelesen wurde aus einem Kinderbuch über den Stephansdom. Das Buch durften die Kinder am Ende der Stunde mit nach Hause nehmen.
„Lesen ist eine coole Sache. Da kann man Dinge erfahren, die man sonst nicht erfährt. Auch wenn die Kinder mehr Zeit am Computer verbringen als mit Büchern: Lesen können muss man immer – auch im Internet!“ so der Dompfarrer. Neben Toni Faber sind auch Operetten-Sängerin Birgit Sarata und Moderator Robert Steiner als prominente LesepatInnen im Einsatz.