Auch Pflegeeltern dürfen in Karenz
Pflegeeltern, die bei der Stadt Wien beschäftigt sind, erhalten in Zukunft Anspruch auf Elternkarenz sowie auf Teilzeitbeschäftigung zur Pflege eines Kindes.
Mehr Zeit fürs Kind: Auch Pflegeeltern können nun in Karenz gehen.
Engagiert und fürsorglich. Sie geben Kindern aus schwierigen familiären Verhältnissen das, was sie am dringendsten brauchen: Liebe, ausreichende Versorgung und Förderung. Damit leisten Pflegeeltern auch einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft. Trotzdem hatten sie bisher nicht die gleichen Rechte wie Adoptiveltern oder leibliche Eltern.
Vorbild Stadt Wien
Das ist zumindest für jene Pflegeeltern, die bei der Stadt Wien beschäftigt sind, schon bald anders. Künftig erhalten sie die gleichen Rechte wie etwa Adoptiveltern. Auch sie dürfen jetzt zum Beispiel in Karenz gehen. „Das ist ein wichtiger und notwendiger Schritt“, so Jugendstadtrat Christian Oxonitsch.
Pflegeeltern erhalten in Zukunft Anspruch auf Elternkarenz sowie auf Teilzeitbeschäftigung zur Pflege eines Kindes. Bisher war diese Möglichkeit Adoptiveltern und leiblichen Eltern vorbehalten. Notwendig für diese Änderung waren Novellen der Dienstordnung, der Besoldungsordnung sowie der Vertragsbedienstetenordnung.
Betreuung auf Zeit
Anders als bei der Adoption geht es bei der Pflegeelternschaft um eine Betreuung auf Zeit. Das Kind bleibt so lange bei den Pflegeeltern, bis es volljährig ist oder zu den leiblichen Eltern zurückkehrt.
Im Gegensatz zur Adoption kann das Pflegekind bei einer Verbesserung der familiären Situation zu seinen leiblichen Eltern zurückkommen. Die Dauer der Betreuung ist verschieden: Krisepflegeeltern nehmen ein Kind für acht Wochen auf, Dauerpflegeeltern betreuen Kinder, bis sie selbstständig sind.
520 Pflegefamilien in Wien
In Wien gibt es derzeit rund 520 Pflegefamilien in unterschiedlichsten Lebensformen: in Partnerschaft, auch in gleichgeschlechtlicher, verheiratet, mit Kindern, ohne Kinder und allein stehend. Laufend werden neue Pflegeeltern gesucht. Wer interessiert ist, meldet sich beim Referat für Adoptiv- und Pflegekinder (RAP).
Pflegemama oder Pflegepapa sein ist eine nicht immer leichte Aufgabe: Pflegekinder haben oft belastende Erfahrungen gemacht, die Pflegeeltern müssen dann vor allem Geduld und Verständnis beweisen. Die Eignung wird im Vorhinein festgestellt, eine pädagogische Ausbildung ist aber nicht notwenig.