Wiener Schule der Zukunft
Wien startet ein bildungspolitisches Pilotprojekt: 6- bis 15-Jährige sollen ganztägig an einem Standort nach einem von LehrerInnen entwickelten Schulprofil unterrichtet werden.
StR Christian Oxonisch, Volkschuldirektorin Ursula Grünwald, Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl, GR Christoph Chorherr und Mittelschul-Direktor Heribert Landt vor der neuen Schule der Zukunft (Ecke Kölblgasse/Kleistgasse).
Eine Schule, die SchülerInnen gern besuchen, von der Eltern wissen, dass ihre Kinder bestens gefördert werden, und in der engagierte und motivierte LehrerInnen ihre kreativen Ideen verwirklichen können: Das ist das Ziel der „Wiener Schule der Zukunft“.
Mit einem innovativen Pilotprojekt macht die rot-grüne Wiener Stadtregierung in Sachen Bildung einen weiteren Vorstoß. Die Idee: ambitionierte Lernmethoden an einer öffentlichen Schule zu etablieren, die Kinder von sechs bis 15 Jahren besuchen können.
Ganztägiger Schulstandort
Konkret heißt das, dass aus der Volksschule Kleistgasse und der Kooperativen Mittelschule Kölblgasse ab September 2012 ein ganztägiger Schulstandort entstehen wird. Was den Unterricht betrifft, sind die LehrerInnen gefordert. Sie können autonom Schwerpunkte entwickeln und ein Schulprofil erarbeiten – natürlich im Rahmen des Lehrplans.
„Das heißt, dieses Modell wird aus der Schule heraus geboren“, sagt Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteil. Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch ergänzt: „Für alles, was hier künftig passiert, ist die Abstimmung innerhalb des Lehrköpers unerlässlich.“
2012 geht es los
Im September 2012 starten vier Volksschulklassen mit dem Modell. Das heißt, bis zur Schuleinschreibung arbeiten die LehrerInnen an der Entwicklung ihres Modells, über das sich Eltern dann genau informieren können. Ideen gibt es schon jetzt genug, etwa für die Bereiche Sprache, Theater, Musik oder Mediengestaltung. Externe und gemeinsame Projekte, Unterricht, den ExpertInnen aus Musik, Wirtschaft oder Naturwissenschaft ergänzen – in jedem Fall ist der Fokus, die unterschiedlichen Bedürfnisse der Mädchen und Buben zu berücksichtigen.
Die SchülerInnen haben die Chance, bis zum 15. Lebensjahr an derselben Schule zu bleiben. Denn auch ein neuntes Schuljahr wird neu entwickelt. Der Prozess wird von einer schulinternen LehrerInnenfortbildung begleitet.
"Unser Team freut sich"
Die Zustimmung der LehrerInnen beider Schulen zu dieser Idee ist groß, daher wurden diese beiden Schulen für das Pilotprojekt ausgewählt. Das bestätigen Direktor Walter Schmidt und Direktorin Ursula Grünwald. „Unser Team freut sich auf die Herausforderung“, so Grünwald.
„Durch unseren gemeinsamen Standort werden auch doppelgleisige Ressourcen vermieden“, erklärt Schmidt. So ist etwa eine gemeinsame Bibliothek für die Volks- und KMS-SchülerInnen geplant – dadurch wird ein Raum frei. Zusätzliche finanzielle Mittel müssen für das Projekt nicht aufgewendet werden.