Hurra, wir kommen in die Schule!
Mit dem Eintritt in die Schule beginnt für die Kinder ein neuer wichtiger Lebensabschnitt. Damit dieser reibungslos funktioniert, werden die VorschülerInnen in den Wiener Kindergärten gezielt auf den Schuleinstieg vorbereitet.
Im Kindergarten in der Pfenniggeldgasse werden die Kinder perfekt auf ihre Schulzeit vorbereitet.
„Kinder & Co“ hat den Kindergarten Pfenniggeldgasse im 16. Bezirk besucht und mit der Kindergartenpädagogin Sabine Dworak gesprochen.
Kinder & Co: Wie werden Kinder im Kindergarten auf die Schule vorbereitet?
Sabine Dworak: Im letzten Kindergartenjahr haben die Kinder verstärkt mathematische Frühförderung, Sprachtraining und Englisch. Wir trainieren mit ihnen ihre Feinmotorik und lassen sie immer wieder kleine Aufträge, wie zum Beispiel ein Buch aus einer anderen Gruppe holen, erledigen. Das ist zugleich ein Sprachtraining, bei dem „einen Auftrag verstehen und ihn ausführen“ mit der Sprache verknüpft wird. Sprachlich werden so zum Beispiel die Präpositionen geübt. Hin und wieder unternehmen wir auch Exkursionen mit den Kindern. Wir besuchen zum Beispiel Ausstellungen, um den Kindern Kultur etwas näherzubringen.
Wie kann man sich die Vorbereitung auf die Schule praktisch vorstellen?
Wir haben derzeit rund 20 Vorschulkinder in unseren Familiengruppen. Abwechselnd nimmt eine Pädagogin einige Vorschulkinder aus der Gruppe, um sich intensiv mit ihnen zu beschäftigen. Die Kinder profitieren sehr davon, wenn sie in der Kleingruppe Themen spielerisch erarbeiten. Außerdem genießen sie diese Sonderbehandlung sehr. Denn sie sind stolz darauf, die Großen zu sein, und sie freuen sich schon auf die Schule.
In welchen Bereichen bestehen Ihrer Meinung nach häufig Defizite?
Viele Kinder haben in der Bewältigung des Alltags etwas Nachholbedarf. Ich habe Kinder hier, die nicht richtig Stiegen steigen können oder die nicht wissen, dass man sich nach dem Toilettenbesuch die Hände wäscht. Sie schaffen es nicht, sich allein die Nase zu putzen oder sich alleine die Jacke oder Schuhe auszuziehen.
Was ist der Grund für diese Defizite?
Den Eltern ist oft nicht bewusst, dass zum Schulbesuch auch ein gewisses Maß an Selbstständigkeit gehört. Einem Kind muss nicht immer sofort geholfen werden, wenn etwas nicht auf Anhieb klappt. Hier im Kindergarten schauen wir zum Beispiel erst einmal zu, wenn sich ein Kind die Jacke anzieht. Viele schaffen es, wenn man ihnen nur etwas Zeit gibt. Wenn es nicht klappt, kann man das Kind immer noch unterstützen. Das Kind hat auch ein Erfolgserlebnis, wenn es diese Aufgabe alleine bewältigt.
Was können Eltern dazu beitragen, dass der Schuleinstieg klappt?
Wichtig ist, dass die Eltern dem Kind eine gewisse Entfaltung ermöglichen. Sie sollten mit dem Kind aktiv etwas unternehmen. Das kann spazieren oder auf den Spielplatz gehen genauso sein wie miteinander etwas spielen oder vorlesen. Wichtig finde ich auch, dass sich die Eltern mit uns austauschen und Interesse dafür zeigen, was wir mit den Kindern machen. Sehr gut kommt bei den Eltern unsere Mappe an. Wir legen für jedes Kind eine Mappe an, in der alles dokumentiert ist, was wir mit dem Kind machen. Darin gibt es zum Beispiel das Blatt „Das bin ich“, hier stellt sich das Kind vor.