Wissenschafter von morgen
Das ZIT – Zentrum für Innovation und Technologie bringt Volksschulkindern die Welt der Forschung und Wissenschaft näher. „Kinder & Co“ hat mit Kristina Wrohlich, Leiterin der Wissenschaftskommunikation im ZIT, gesprochen.
Mini-ForscherInnen am Werk
Kinder & Co: Das ZIT bietet nun mit der „Ideenattacke“ auch eine Veranstaltung für Kinder an, um ihnen Wissenschaft und Forschung näherzubringen. Wie ist Ihr Team auf die Idee gekommen?
Christina Wrohlich: Die Idee dazu kam eigentlich durch den Töchtertag. Der Töchtertag ist eine Aktion, bei der Mädchen die Möglichkeit haben, Unternehmen kennenzulernen. Bei uns war die Tochter einer Kollegin zu Besuch. Sie war begeistert, was sie bei uns über Wissenschaft, Forschung und Innovation erfuhr.
Das brachte uns auf die Idee, auch anderen Kindern die Chance zu geben, sich näher mit diesen Themen zu beschäftigen, ihnen die Scheu davor zu nehmen, dass sich dahinter etwas Langweiliges verbirgt. Die Kinder von heute sind schließlich die Wissenschafterinnen und Wissenschafter von morgen. Und wir wollen ihnen zeigen, dass Forscherinnen und Forscher keine graue, langweilige Arbeit leisten, sondern ganz im Gegenteil einem extrem spannenden Job nachgehen.
Das Programm heißt „Ideenattacke“: Was unterscheidet die „Ideenattacke“ des ZIT von anderen Forschungseinrichtungen und -angeboten für Kinder?
Bei uns geht es nicht um ein bestimmtes Forschungsgebiet, sondern wir geben den Kindern einen allgemeinen Überblick, also was Forschung und Innovation bedeuten, welche bekannten Erfindungen gemacht worden sind, die nun unseren Alltag erleichtern und was eine Wissenschafterin oder ein Wissenschafter leisten und erfüllen muss. Wir stellen auch unser Unternehmen vor und erklären, warum Wien Wissenschaft fördert. Uns geht es darum, das Interesse der Kinder zu wecken. Unser Angebot ist kostenlos.
Welche Schulen können sich für die „Ideenattacke“ melden?
Wiener Volksschulen mit Kindern der dritten oder vierten Schulstufe. Die Einheit dauert rund 90 Minuten und Lehrerinnen oder Lehrer können die Klasse anmelden. Wir erarbeiten gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern verschiedene Inhalte. Am Ende können sie sogar eine eigene Erfindung basteln. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.
In der „Ideenattacke“ werden auch berühmte Wissenschafterinnen und Wissenschafter vorgestellt.
Richtig. Wobei es uns auch sehr wichtig ist, dass Wissenschafterinnen und Erfinderinnen wie Käthe Paulus oder Maria Telkes vorkommen. Wir wollen vor allem auch Mädchen ansprechen und sie für die Forschung begeistern und ihnen ganz klar zeigen: Wissenschaft ist keine reine Männersache.
Auch die Arbeit des ZIT wird vorgestellt, warum?
Erstens um die Kinder darauf aufmerksam zu machen, dass eine Wissenschafterin oder ein Wissenschafter nicht nur Forschung betreiben muss, sondern es auch wichtig ist, dass diese finanziert wird und sie oder er genügend Mittel zur Verfügung hat. Deshalb stellen wir auch die Frage, was eine Forscherin oder ein Forscher alles braucht – und wie sie oder er es schafft, sich diese Dinge zu finanzieren.
Zweitens wollen wir den Kindern das ZIT vorstellen und unsere Bekanntheit dadurch steigern. Die Kinder erzählen es wieder ihren Eltern usw. So erfahren die Wienerinnen und Wiener, dass Forschung und Wissenschaft durch die Stadt gefördert wird und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist. Wir stellen auch immer Projekte vor, die wir unterstützen.
Was ist Ihr Eindruck von der „Ideenattacke“?
Es ist faszinierend zu sehen, was die Kinder alles wissen. Und es gibt immer wieder wirklich spannende Fragen. Kinder in diesem Alter denken nicht daran, dass eine Frage peinlich sein könnte oder wie sie sie am besten formulieren sollen. Sie fragen einfach. Das gilt auch für ihre ungehemmte Kreativität. Wir bemerken, dass die „Ideenattacke“ wirklich auf fruchtbaren Boden trifft und die Kinder sich wirklich wie Wissenschafterinnen und Wissenschafter fühlen. Sie erkennen, dass die Forschung etwas Spannendes ist. Und vor allem, dass es nicht etwas ist, das weit weg und irgendwo verborgen passiert, sondern uns alle und den Alltag betrifft.
Wir möchten den Menschen die Wissenschaft und Forschung näherbringen, ihnen diese Hemmschwelle nehmen – das ist unter anderem auch die Intention des Forschungsfests in Wien.
Was ist in Zukunft geplant?
Wir planen Veranstaltungen für ältere Kinder und Jugendliche. Das muss natürlich ganz anders gestaltet werden, aber wir haben schon einige Ideen. Es sollte mehr in Richtung unternehmerisches Denken und Marketing gehen – also was tue ich, damit ich meine Erfindung auch anbringe? Dazu sollte es auch Unterrichtsmaterialien geben.
Außerdem wird zur „Ideenattacke“ ein Buch erstellt, das auch beim Forschungsfest aufliegen wird.